PackIntelX veranstaltet den PPWR Implementation Summit 2026: Die wichtigsten Erkenntnisse für Markeninhaber
Veranstaltung am 24. März 2026
PackIntelX brachte am 24. März 2026 Compliance-Experten, Rechtsexperten und Branchenführer zum „PPWR Implementation Summit 2026“ zusammen. Die Online-Veranstaltung mit dem Titel „The Brand Owner Perspective“ fand von 12:30 bis 17:00 Uhr statt und zog über 150 Fachleute aus neun Ländern an, die sich mit den praktischen Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung auseinandersetzen.
Im Mittelpunkt des Gipfels stand eine zentrale Botschaft: Die Einhaltung der PPWR-Vorschriften ist keine reine Planungsaufgabe mehr. Es ist Zeit für die Umsetzung.
Die wichtigsten Erkenntnisse vom PPWR-Implementierungsgipfel 2026
- Lieferketten müssen klare Daten austauschen. Viele Unternehmen arbeiten nach wie vor mit Tabellenkalkulationen. Dies birgt Risiken und führt zu Verzögerungen.
- Die EU-Vorschriften sind nach wie vor von Land zu Land unterschiedlich. Doch PPWR bringt sie in Richtung eines einheitlichen Systems.
- Die Vorschriften zur Recyclingfähigkeit werden bis 2030 verschärft. Das Verpackungsdesign muss frühzeitig angepasst werden.
- PFAS-Beschränkungen stehen bei Verpackungen mit Lebensmittelkontakt im Mittelpunkt. Eine Prüfung ist nun vorgeschrieben.
- Die technische Dokumentation muss direkt auf die Prüfergebnisse verweisen. Dies dient der EU-Konformitätserklärung.
- Digitale Systeme werden die manuelle Berichterstattung ablösen. Automatisierung wird unumgänglich.
- In Ländern wie Spanien und Portugal gelten unterschiedliche nationale Vorschriften. Unternehmen müssen lokale Änderungen im Auge behalten.
- Der Zeitdruck nimmt zu. Der 12. August 2026 ist ein wichtiger Stichtag für die Einhaltung der Vorschriften.
Sitzung 1: Wer ist nach dem PPWR verantwortlich?
Dr. Johannes Justus Brinkschmidt von Huth Dietrich Hahn widmete sich einem der am meisten missverstandenen Bereiche der Verordnung: den Definitionen der Wirtschaftsakteure. In der Sitzung wurde untersucht, wie die Rollen von „Produzenten“ und „Herstellern“ im Rahmen der PPWR festgelegt werden und welche Verpflichtungen sich aus diesem Status ergeben. Besonderes Augenmerk wurde auf die Haftungsverteilung in Lieferketten mit mehreren Akteuren gelegt sowie darauf, wie Unternehmen ihre internen Funktionen an die nationalen Anforderungen für die EPR-Registrierung anpassen sollten.
Sitzung 2: Aktuelles aus dem regulatorischen Bereich und strategische Ausrichtung
Matteo Squeo von The Green Clause und Marzia Scopelliti von EUROPEN beleuchteten die sich wandelnde Rechtslage. Sie erörterten die neuesten delegierten Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte, das Zusammenspiel zwischen der PPWR und dem EU-Omnibus-Vorschlag sowie die drei Säulen, die die Einhaltung der Vorschriften bestimmen werden: Anforderungen an die Recyclingfähigkeit bis 2030; Beschränkungen für bedenkliche Stoffe, einschließlich PFAS-Grenzwerte in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt; und das Konformitätsbewertungsverfahren. Die Sitzung machte deutlich, dass das EU-Nachhaltigkeitsrecht nach wie vor fragmentiert ist, die PPWR jedoch einen Schritt in Richtung eines stärker integrierten Rahmens darstellt.

Sitzung 3: Markeninhaber weisen auf Datenlücken und Hindernisse in der Lieferkette bei PPWR hin
In einer Podiumsdiskussion mit Anna Kibet von der Dr. Neuberger Holding GmbH und Sabine Hug von Hug Solutions wurden die praktischen Herausforderungen erörtert, denen Markeninhaber gegenüberstehen. Zu den Themen gehörten die Verwaltung von Lieferantendaten, die Schwierigkeiten beim Übergang von Tabellenkalkulationen zu strukturierten digitalen Prozessen sowie die Frage, wie die Verantwortlichkeiten in komplexen Lieferketten koordiniert werden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen dabei konkrete Umsetzungshürden und nicht die theoretischen Aspekte der Regulierung.

Sitzung 4: Portugal und Spanien verdeutlichen die uneinheitliche Umsetzung der PPWR in der EU
Pedro Simões von Novo Verde und Isabel Leal Gavarrón von Implica stellten länderspezifische Perspektiven vor. In der Sitzung zu Portugal ging es um ökologisch differenzierte EPR-Gebühren sowie um aktuelle Informationen der nationalen Behörden darüber, wie die PPWR in bestehende Rahmenbedingungen integriert wird. Der Beitrag zu Spanien befasste sich mit den Auswirkungen auf den Markt, bereits laufenden regulatorischen Änderungen und praktischen Leitlinien zur Einhaltung der Vorschriften auf dem spanischen Markt. In beiden Vorträgen wurde betont, dass die nationalen Umsetzungsfristen und Gebührenstrukturen von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat erheblich variieren werden.
Sitzung 5: Prüfung, PFAS und technische Dokumentation
Tomislav Krolo von SGS, der weltweit tätigen Prüf- und Zertifizierungsstelle, erläuterte, welche Prüfungen Unternehmen zur Untermauerung ihrer technischen Dokumentation für PPWR durchführen müssen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die PFAS-Beschränkungen für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt, der direkte Zusammenhang zwischen den Prüfergebnissen und der EU-Konformitätserklärung sowie die häufigsten Herausforderungen, denen Unternehmen bei der Erstellung dieser Dokumentation begegnen.
Sitzung 6: Die digitale EU-Konformitätserklärung
Siddharth Bagri, CEO von PackIntelX, hielt den Abschlussvortrag über die Umsetzung von PPWR unter Verwendung eines digitalen Ansatzes. In dem Vortrag ging es darum, wie Verpackungsdaten strukturiert, Lieferantenangaben effizient verwaltet und die Erstellung technischer Dokumentationen sowie EU-Konformitätserklärungen automatisiert werden können. Die Frist am 12. August 2026 bildete dabei stets den klaren Bezugspunkt.

Die vollständigen Aufzeichnungen der Sitzungen sowie die Präsentationsfolien sind auf der PackIntelX-Website verfügbar. Das nächste PackIntelX-Webinar findet am 28. April 2026 statt und befasst sich eingehender mit der EU-Konformitätserklärung und der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR).
PPWR-Gipfel 2026: Aufschlüsselung der Compliance nach Sitzungen
Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse des PPWR Implementation Summit 2026 zusammen, dessen Schwerpunkt auf der EU-Verpackungsverordnung, den Herausforderungen bei der Einhaltung der Vorschriften und den Anforderungen an die digitale Dokumentation lag.
| Sitzung | Thema | Wichtige Erkenntnis | Auswirkungen auf die Compliance | Maßnahmen für Markeninhaber |
| Sitzung 1 | Rollen der Wirtschaftsakteure | „Produzent“ vs. „Hersteller“ bestimmt die rechtliche Verpflichtung | Eine falsche Einstufung erhöht das Haftungsrisiko | Alle Rollen in der Lieferkette klar abbilden |
| Sitzung 2 | Aktuelles zu EU-Vorschriften | PPWR vereinheitlicht Vorschriften zu Recyclingfähigkeit, PFAS und Konformität | In der EU bestehen weiterhin fragmentierte Rechtsvorschriften | Verfolgte delegierte Rechtsakte und Aktualisierungen |
| Sitzung 3 | Datenlücken in der Lieferkette | Unternehmen haben Schwierigkeiten mit digitalen Verpackungsdaten | Mangelhafte Daten verlangsamen Compliance und Audits | Wechsel von Tabellenkalkulationen zu strukturierten Systemen |
| Sitzung 4 | Vorschriften auf Länderebene (Portugal & Spanien) | Jedes EU-Land wendet die PPWR unterschiedlich an | Gebühren und Fristen variieren je nach Markt | Erstellen Sie länderspezifische Compliance-Pläne |
| Sitzung 5 | Prüfung und PFAS-Kontrollen | Labortests sind direkt mit den Compliance-Dateien verknüpft | PFAS-Vorschriften betreffen Verpackungen mit Lebensmittelkontakt | Verwenden Sie zertifizierte Tests zur Dokumentation |
| Sitzung 6 | Digitale EU-Konformitätserklärung | Automatisierung verbessert die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Konformitätsprüfung | Manuelle Berichterstattung ist nicht skalierbar | Setzen Sie frühzeitig auf digitale Compliance-Tools |
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